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Entwicklung der Sumerischen Religion

Das geht dann etwa von der Ubaid Zeit (ab 6000 v.u.Z.) bis zur spät Babylon Zeit (ab 600 v.u.Z.).
Zum Teil kann man dabei auf die vermutlichen semitischen Einflüße eingehen, die sich zum Teil erkennen lassen.

Dabei geht es vor allem um die Schöpfung der Welt, der Götter und des Menschen und nicht um Kulte etc.

Besonders interessant ist die älteste heute erkennbare Schicht der Sumerischen Religion, da sie sozusagen am ehesten wirklich als sumerische zu bezeichnen ist.

Heute sieht es so aus, als ob die Menschen der Ubaid Kultur und die Sumerer dieselben wären, bzw. die gleiche Kultur gehabt hätten. Was man also heute als Sumerer bezeichnet, sind jene Menschen, die uns durch deren Monumentalbauten und Texte bekannt sind. Einen sichtbaren Unterschied zu der Vorgängerkultur Ubaid ist nicht erkennbar.

Was man weiss, ist, dass die großen Städte der Sumerer im Süden vorher ohne Unterbrechung von der Ubaidkultur bewohnt waren.
Noch wichtiger ist hier Eridu, seit ca. 5400 v.u.Z. besiedelt. Den…
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Die ersten Tempel

Eridu
Bereits vor der Obed/Ubaid-Zeit um 5500 bis 3500 v.u.Z. entstand in Eridu ein Heiligtum, als Basis für ein später darauf errichtetes Zikkurat. Die älteste Schicht wird auf die Zeit um 5900 v.u.Z. datiert (3). Ganz am Anfang steht ein quadratischer, einräumiger Bau von 3 x 3 Metern (1), darauf folgen weitere 17 (2) oder 18 (7) Bauschichten. Obed-zeitlich findet sich in Eridu dann ein viel komplizierteres Gebäude von 24 x 12 Metern. Es steht auf einer Lehmterrasse, um gegen Hochwasser geschützt zu sein. Diese rein praktische Ausrichtung - der Tempel auf der Terrasse - ist der Ursprung des Zikkurat. Zur Zeit der 3. Dynastie von Ur (Ende 3. Jt. v.u.Z.) befand sich an dieser Stelle das Zikkurat des Stadtgottes Enki (1). Die Stadt Eridu wurde wohl um 5400 v.u.Z. gegründet, war um ca. 3000 v.u.Z. nahezu komplett entvölkert. Um 2800 v.u.Z. könnte eine große Flut stattgefunden haben und zwischen 2047-2039 v.u.Z. wurde das Zikkurat errichtet (oder restauriert?). (4)

Eapsu (E-apsu; sumeris…

Von Tokenzeichen zum Alphabet

Die Entwicklung der Schriftsysteme

Die in Henan gefundenen chinesischen Zeichen, die auf ungefähr 6600 v.u.Z. datiert und als Jiahu-Schrift gedeutet werden, werden von einigen Forschern als die älteste Schrift überhaupt angesehen. Dies ist jedoch recht umstritten, da diese Zeichen isoliert, d. h. angeblich ohne hochkulturellen Kontext existieren. Die Jiahu-Schrift bezeichnet 16 Markierungen auf prähistorischen Artefakten, die in Jiahu (Henan, China) gefunden wurden und zu der neolithischen Peiligang-Kultur gehören.

Ähnliches gilt für die Vinča-Schrift in Südosteuropa. Es handelt sich dabei um beschriftete Objekte aus Kulturstätten früher Siedlungen wie einerseits Skulpturen und Kulturgegenstände, die mit geometrischen Mustern verziert wurden. Eine eigene Gruppe von Gegenständen sind solche mit Sequenzen eingeritzter Zeichen, die als Inschriften erkennbar sind und nicht mit Ornamenten verwechselt werden können. Das würde bedeuten, dass die Verwendung der Schrift zeitlich betrachtet auf…

Das Leben in frühdynastischer Zeit

Nachdem in der Uruk-Zeit um ca. 4100-3000 v.u.Z und der nachfolgenden prädynastische Zeit um ca. 3000-2800 v.u.Z. die Schrift immer weiter entwickelt wurde, haben wir dann mit der frühdynastischen Zeit um ca. 2700-2400 v.u.Z. eine Epoche, bei der uns die schriftlichen Aufzeichnungen einen sehr viel umfassenderen Blick in das Leben dieser Zeit gestatten. Die Taten und Errungenschaften der Herrscher wurden in Königsschriften festgehalten, Gesetzestexte entstanden und auch erstmals schriftlich belegt, wurden die Taten und Zuständigkeiten der Götter kanonisiert, wobei dann im 3. Jt. v.u.Z. auch erstmal belegt das Motiv des Gottessohnes auftaucht. Auch die uns aus diesem Raum bekannte, älteste Weisheitsliteratur in Form der "Anweisungen aus Schuruppak" und "Der Rat eines akkadischen Vaters an seinen Sohn" entstanden. Zudem zeigen die Texte, dass man bereits im 3. Jt. v.u.Z. kriegerische Auseinandersetzungen auch als Gefahr für die eigene Gemeinschaft erkannte und durch …

Das "Herz" in altorientalischen Texten

'Herz' im Hethitischen
Die hethitische Form für Herz lautet im Nominativ wohl ker oder kir (Sommer 1938: 9396; Kronasser 1962: I, 123 f., 161, 340). Das Wort wird häufig bloß logographisch als CÀ geschrieben. Die Form ist aus gelegentlichen Schreibungen wie ki-ir-mi-it 'mein Herz' (KBo XII 18 I 11) oder ki-ir-te-it 'dein Herz' (KBo XII 18 I 9) sowie aus sprachvergleichenden Erwägungen zu erschließen.  Die Stammform im Dativ-Lokativ lautet kard-, von ihr lässt sich wohl auch die Bildungen kar-ta-aš-ma ( = kartas-ma, Götze 1930: 58 I 13) ableiten, die insofern bemerkenswert ist, als mit ihr, die "wörtlich" so etwas wie 'das des Herzens bedeuten' das Konzept 'Wunsch, Wille' ausgedrückt wird (vgl. dazu weiter unten die Bemerkungen zu entsprechenden Verwendung von akkadisch libbu(m) und ägyptisch jb). In der nah mit dem Hethitischen verwandten anatolischen Sprache Palaisch kommt für 'Herz' der Terminus ka-a-ar-ti vor (Carruba 1972: …

altorientalische Festtage

3. Dynastie von Ur (2110–2003 v.u.Z. MC)
Hauptfeste von Nippur:
- Fest des Kriegsgottes Ninurta im 2. Monat
-  Tummal-Fest im 7. bzw. 8. Monat, bei dem das Götterpaar Enlil und Ninlil mit einer Prozession in das nahe Nippur gelegene Heiligtum Tummal gefeiert wurde. Das Tummal-Fest wurde offensichtlich nur unter der Dritten Dynastie von Ur gefeiert.


drei Hauptfesten von Ur:
- „Akiti-Fest zur Ernte“ vom 1. bis 7. Tag des 1. Monats (etwa April)
- „Akiti-Fest zur Aussaat“ vom 1./2. bis 11./12. Tag des 7. Monats (etwa Oktober)
- „Erhabenes Fest“ (sumerisch izim-maḫ), das Hauptfest des Stadtgottes von Ur, des Mondgottes Nanna, zur längsten Vollmondnacht des Jahres in der Mitte des 10. Monats (etwa Januar)

Trotz der Förderung des Tummal-Festes durch die Könige von Ur standen die traditionellen Akiti-Feste und das „Erhabene Fest“ des Mondgottes im ganzen Reich in hohem Ansehen. Die Veränderungen beim TummalFest implizieren, dass es neu gegründet worden war, während die Feste von Ur sich durch…

Indoeuropäische Sprache

indoeuropäische Grundsprache:
Quelle: "Die Indoeuropäer" - Harald Haarmann

*h1ekuos (Pferd)
* = Asterix für rekonstruiert
h1 = Laryngale

*kwekwlos
altnord.: hvel (Rad)
altengl.: hweohl (gesprochen wiel) (Rad)
avest.: Caxtra (Rad)
altgriech.: kuklos (Kreis). Plural: kukla (Räder)
tochar.: kukal (Wagen)

*rot-eh2
altir.: roth (Rad)
lat.: rota (Rad)
ahd.: rad (Rad)
lit.: ratas (Rad)
lett.: rats (Rad), Plural: rati (Wagen)
alban.: rreth (Ring, Reifen)
avest.: ratha (Karren, Wagen)
altind.: rátha (Karren, Wagen)

*h2eks
lat.: axis (Rad-Achse)
altengl.: eax (Achse)
ahd.: ahsa (Achse)
altkirchenslaw.: osi (Achse)
altind.: áksa (Achse)

*dheubos
altnord.: djupr
altengl.: deop
got.: diups
althochdt.: tiof
neuhochdt.: tief

*tuhx
altnord.: thu
altengl.: thu
mengl.: thou
got.: thu
althochdt.: t(h)u
neuhochdt.: du

*genu
altnord.: kinn
altengl.: cinn
got.: kinnus
althochdt.: chinne
neuhochdt.: Kinn

Der Wortstamm von Gott ist sehr alt, nur im germanischen Sprachraum anzutreffen und außerhalb u…

Chronologischer Überblick: Altorientalische Mythen

Ubaid-Zeit: 5300-4100 v.u.Z.

Uruk-Zeit: 4100-3000 v.u.Z
- Uruk-Vase

Prädynastische Zeitbzw. Dschemdet-Nasr-Zeit: 3000-2800 v.u.Z.

Frühdynastische Zeit: 2900-2334 v.u.Z. bzw. 2650-2450 v.u.Z.
- "Anweisungen aus Schuruppak"
- "Der Rat eines akkadischen Vaters an seinen Sohn"

Akkad-Zeit: 2334-2218 v.u.Z.
- Enheduanna
- "Nin-me-šara" (The Exaltation of Inanna)
- "In-nin ša-gur-ra"
- "In-nin me-huš-a" (Inanna und Ebih)
- Tempel-Hymnen
- "The Exaltation of Inanna"

Neusumerisch/Ur-III-Zeit: 2340/2047-1940 v.u.Z.   - "Fluch über Akkade": um 2150 v.u.Z. - "Gilgamesh, Enkidu und die Unterwelt"
- "Inanna und Enki"
- "Enmerkar und der Herr von Aratta"
- "Enki und Ninmah": um 2000 v.u.Z.
- "Inanna und der Huluppubaum": um 2000 v.u.Z.

Isin-Larsa-Zeit/altassyrische Zeit: 2000-1800 v.u.Z.

Altbabylonische Zeit: 1800-1595 v.u.Z.
- "Etana-Epos": altbabylonisch, Beginn 2.JT. v.u.Z.