Alter Orient V - Oman/Magan



Magan - "Der Kupferberg"
sumerisch: Ma2-ganki
Magan (sumerisch Ma2-ganki, assyrisch Ma-kan, Ma-ka-an, akkadisch ma-kan-nu-u, ma-ak-ka-ni-tum; gesprochen wohl Makkan) ist die Bezeichnung für das Gebiet des heutigen Oman. Aufgrund der Lagebeschreibung Gudeas konnte die Region Oman schnell identifiziert werden.
Magan trug die Beinamen „Kupferberg“ sowie „Stollenproduktberg“ und stellte im Altertum für den Handel zwischen dem Zweistromland und dem Indus-Tal eine wichtige Zwischenstation dar.

Das Land besaß durch seinen Kupferbergbau eine besondere Bedeutung im damaligen Handelssystem, da Kupfer zur Herstellung von Bronze benötigt wird.

In einem neolithischen Dorf am Rand einer Lagune fanden sie neben den zu erwarteten arabischen Artefakten auch solche der mesopotamischen Obed-Kultur. Vermutlich existierte dort eine Anlegestelle für mesopotamische Händler. Es spricht einiges dafür, dass die Keramik von Obed, die man entlang der Arabischen Halbinsel bis nach Bahrain, Katar und am anderen Ufer des Persischen Golfs fand, über das Meer und nicht auf dem Landweg befördert worden ist.
Um 1800 v.u.Z. verlor Magan mit dem Untergang der Induskultur und dem Ende direkter Handelsverbindungen nach Mesopotamien seine Bedeutung. Zwar wurde weiter Kupfer abgebaut und exportiert, doch zog Dilmun/Bahrain nun den Zwischenhandel an sich. Zu dieser Zeit verschwindet Magan aus den sumerischen Quellen. Ein Grund war wohl auch, dass der Kupferbedarf Mesopotamiens zunehmend von Zypern aus gedeckt werden konnte.
http://de.wikipedia.org/wiki/Magan

Außerdem kamen lt. sumerischen Texten neben Kupfer und Schiffen auch Schweine, Möbel und Stein (Diorit) aus Magan. Demnach musste aber eine Planung über Abbau, Verhüttung und Transport zur Küste stattgefunden haben, welche wiederum eine soziale Struktur vorraussetzt.
siehe: http://www.spektrum.de/artikel/821943&_z=798888

Es entwickelte sich wohl aber keine hierarchisch organisierte
Gesellschaft wie bei den Stadtstaaten Mesopotamiens.
Die soziale Organisation erfolgte über verwandtschaftliche Beziehungen innerhalb der Siedlung und über Bündnissen mit Gruppen aus anderen Oasen.
siehe: http://edoc.ub.uni-muenchen.de/7548/1/Schreiber_Juergen.pdf

Bislang ist Maništušu der einzig belegte König, der Magan im Zusammenhang eines Feldzugs betrat und dort gegen eine Allianz von „Herren aus 32 Städten“ kämpfte. Er rückte mit seinem Heer bis zum „Edelmetallstollen“ vor und ließ anschließend sein Standbild aus „schwarzem Stein“ anfertigen.
Außerdem wurden aus Magan unter anderem noch Gabbro und Diorit exportiert. So berichtet Gudea vom Import von Diorit aus Magan zur Herstellung von Statuen. Der Handel wurde mit Schiffen abgewickelt, die eine Ladekapazität von bis zu 20 t hatten.
Naram-Sin von Akkad um 2200 v.u.Z. berichtet von einem Sieg über „Mani[um], dem Herrn von Magan“.
http://de.wikipedia.org/wiki/Magan

Magan-Schiffe
Bitumenfragmente weisen wie die aus dem Oman Abdrücke von Schilf und Seilen auf der einen und Krustentieren auf der anderen Seite auf. In as-Sabiyah fand sich auch das Tonmodell eines Schiffes. Es ist nur wenige Zentimeter groß. Bei genauer Betrachtung erkennt man Schilfrohrbündel, die miteinander verschnürt und an Heck und Bug zusammengerafft sind, sowie eine glatte Oberfläche in der Mitte, vielleicht Schilfmatten. Alles in allem weist das Schiffchen alle Charakteristika der Magan-Schiffe auf.
Darüber hinaus fanden Archäologen eine Tonscherbe, die ein Schiff von ähnlicher Gestalt wie das Modell zeigt. In der Mitte erheben sich zwei Masten, mit einem Tau verbunden. Dieselben Masten in derselben Position - anscheinend war das die einzige Lösung, damit ein Schilfboot in seiner leichten Bauweise das Segel tragen konnte, fand sich auf einem Statit-Täfelchen aus Mohenjo-Daro am Indus.
http://de.wikipedia.org/wiki/Magan

Zur Blütezeit Sumers und des ägyptischen Alten Reiches befand sich auf dem Boden des heutigen Sultanats Oman das Reich Magan, das fast spurlos im Dunkeln der Geschichte versunken ist. Um so bedeutender ist die Entdeckung bis zu acht Meter hoch erhaltener steinerner Turmbauten dieser Epoche im Haggar-Gebirge fern aller sonstigen Zivilisation.
http://www.spektrum.de/artikel/821943&_z=798888

Thierry Berthoud und Serge Cleuziou haben Kupfererzproben aus Iran und aus Oman mit archäologischen Kupferobjekten aus Iran, Irak und Oman chemisch analysiert und bewiesen dadurch den Kupferhandel zwischen Oman und den Sumerern schon in frühdynastischer Zeit.
siehe: http://www.ioz.unibe.ch/content/handelsbeziehungen/kupferhandel/

etcsl Enki and Ninḫursa
49D. gišmeš3 šag4-gan giš-ab-ba sig5-ga
"meš wood of Magan"
(~ meš-Holz aus Magan)
49H. kur ma2-ganki urud ni 2 kalag-ga usu-[(X)]
49I.  na4 esi na4 U na4 šu-min3 ḫu-mu-[X]
"May the land of Magan offer you strong, powerful copper, dolerite, u- stone and šumin- stone."
(~ Möge das Land von Magan Ihnen starkes, kräftiges Kupfer, Dolerite, u- Stein und šumin- Stein anbietet.)

etcsl Gilgameš and Ḫuwawa (Version A)
113. ud gišma2 ma2-ganki ba-su-a-ba
114. gišma2-gur8 gišma2-gi4-lum ba-su-a-ba
"When it sank, when it sank, when the Magan boat sank, when the magilum barge sank"
Als es sank, als es sank, als das Magan Boot sank, als der Magilum Lastkahn sank

etcsl A šir-namšub to Ninurta (Ninurta G)
144. urud nagga [ma2-ganki-na-ta]
"From the copper and tin of Magan"
Kupfer und Zinn aus Magan

Prä-Saragonische Zeit:
Magan im direkten Handel mit Mesopotamien, Erwähnungen von Schiffen von/nach Magan. Mesopotamien handelte aber auch mit Dilmun und Meluhha.

Ur-III-Zeit:
Magan handelte wohl ausschliesslich mit Mesopotamien, da anderen Länder nicht erwähnt werden.
Dynastie von Lagash
Dem mit dem Szepter von Ningirsu begabten Gudea legten sich Makkan, Meluhha, Kuppin, das Land Tilmun das Joch auf den Nacken und brachten alle ihre Hölzer auf Schiffen nach Lagash. (Statue D IV 4-14; Heimpel 1987: 27)
Makkanzwiebeln:
…. 20 Liter MIN-Pflanze, 10 Liter Makkanzwiebeln ist Zehnt des Nanna. (Verwaltungsurkunde aus Ur; Ibbi-Sin 2; Heimpel 1987: 43)
http://www.ioz.unibe.ch/content/altorientalische_texte/sumerische_quellen/magan/

Altbabylonischen Zeit:
Magan verlor den direkten Kontakt zu Mesopotamien und wurde durch Dilmun ersetzt. Aber es ist anzunehmen, dass Magan anstelle von Mesopotamien nun Dilmun belieferte.
siehe: http://www.ioz.unibe.ch/content/handelsbeziehungen/kupferhandel/

Geschichtliche Zusammenfassung:
- die Oasensiedlungen reichen etwa 5000 Jahre zurück.
- ab 3000 v.u.Z. (früheste Periode von Hili 8): voll ausgeprägte Oasenwirtschaft
- Jahrtausendwende 2./1. Jt. v.u.Z.: Qanat-Bewässerungssystem
- nur etwa 2% der Landesfläche ackerbaulich nutzbar sind.
Hafit-Periode
(3000-2700 v.u.Z.) (Periode I der Siedlung Hili-8)
Archäologen fanden eine quadratische Lehmziegelstruktur mit abgerundeten
Ecken,welche die Merkmale der nachfolgenden Umm an-Nar-Periode vorwegnimmt und als „Prototyp“ der Türme des 3. Jt. angesehen wird.
Umm an-Nar-Periode
(2700-2000 v.u.Z.)
Während des 3. Jt. v.u.Z. nimmt die Zahl der Oasensiedlungen stark zu. Es fanden sich Reste von Monumentalarchitektur wie Turmbasen, Terrassenanlagen und runden
Plattformen bis hin zu rechteckigen Gebäuden (jedoch wird eine Betrachtung als Heiligtum kaum erwägt).
Durch den im 3. Jt. v.u.Z. zunehmenden Handels mit Mesopotamien,
Industal und Iran, bildeteten sich spezialisierte Siedlungen heraus, welche
über vorhandene Sippen- oder Familienbanden verbunden waren. Im Landesinneren entstandenn derweil reine Bergbausiedlungen.
Wadi Suq-Periode
(2000-1600 v.u.Z.)
Ein Rückgang der Siedlungszahl tritt ein, eventuell weil die Bevölkerung auf nomadische Lebensweise überging. Die Umm an-Narzeitlichen
Türme wurden teilweise mit massiven Mauern verstärkt und festungsartig umgebaut.
Der Handel kam nicht gänzlich zum Stillstand, wurde nun aber wohl
über Dilmun/Bahrain als Zwischenhändler geführt, was sich über [I]Early Dilmun-Scherben[/I] nachweisen lässt.
Zu Beginn des 2. Jt. v.u.Z. setzte eine weitere Trockenperiode ein, welche durch den fast kompletten Abbruch der Kupferhandelsbeziehung mit Mesopotamien und dem zeitgleichen Untergang der Induskultur zum Niedergang der
Oasen führte. Nur im Norden werden Siedlungen weiterhin in größerem Umfang genutzt, ausgebaut oder neu gegründet.
siehe: http://edoc.ub.uni-muenchen.de/7548/1/Schreiber_Juergen.pdf

Kupfer: http://www.kupfer-institut.de/front_frame/pdf/i004.pdf


Die heute im allgemeine Ansicht der Assyrologen ist, dass Dilmun an der Westküste der persischen Golfes lag (Kuwait - Bahrain), Magan an der West Küste von Makran und Oman. Meluhha entspricht dem Indus-Tal.
(siehe auch Steinkeller, ZA 72 (1982))

Umma scheint eine direkte Verbindung mit Dilmun (Bahrain), Magan (Makran?) und Meluhha (Indus Valley?) gehabt zu haben, wie Siegel aus dem Indus-Tal zeigen sollen.
(Foster, Iraq 39 (1977))

Die triumphalen Inschriften von Sargon und Naram-Sin legen eine direkte und stark frequentierte Verbindung zwischen Mesopotamien und dem Indus-Tal nahe.
(Foster, Iraq 39 (1977))

Wie auch immer, die verfügbaren Hinweise, dass Dilmun, Magan und Melubba die gleichen Masseinheiten verwendeten, deutet auf ein entsprechendes Wechsel-System hin, um den Handel mit Mesopotamien zu erleichtern.
(größere Kupfertransaktionen siehe z.B. in der Übersetzung von UET 5 796, Roaf, Iraq 44 (1982) 137-38)

Verstärkter Siedlungsbau zu der Zeit Umm An-nar (2500-1900 v.u.Z.) kann , wenigstens zum Teil, auf starken Handel zwischen dem Indus-Tal, Mesopotamien und Süd-Arabien zurückgeführt werden. [Q1]


Magan wurde schon lange mit Oman identifiziert, dieses ist durch Funde der letzten Jahre unzweifelhaft der Fall. Zum Teil auch anhand von Metal und Metalfunden . [Q2]

Die mittlerweile genau überwältigende Menge an Daten bzgl. Handel mit Luxusgütern zwischen Iran und Pakistan liefern eine solide archäologische Basis für die Identifizierung von Meluhha mit dem Indus-Tal. [Q3]


Der Name Dilmun wurde gegen Ende der 3. Jahrtausend BCE mit einem Handlesgebiet am persischen Golf um Nahrain und Failaka assoziiert.


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Quelle: ASOR Artikel:

Magan and Meluḫḫa Once again
Piotr Michalowski
Journal of Cuneiform Studies
Vol. 40, No. 2 (Autumn, 1988), pp. 156-164
Published by: The American Schools of Oriental Research

Two Letters from Dilmun
P. B. Cornwall
Journal of Cuneiform Studies
Vol. 6, No. 4 (1952), pp. 137-145
Published by: The American Schools of Oriental Research

The Tangible Evidence for the Earliest Dilmun
Theresa Howard-Carter
Journal of Cuneiform Studies
Vol. 33, No. 3/4 (Jul. - Oct., 1981), pp. 210-223
Published by: The American Schools of Oriental Research

Beyond the Desert and the Sown: Settlement Intensification in Late Prehistoric Southeastern Arabia
Peter Magee
Bulletin of the American Schools of Oriental Research
No. 347 (Aug., 2007), pp. 83-105
Published by: The American Schools of Oriental Research

Dilmun: At Sea or Not at Sea?: A Review Article
Theresa Howard-Carter
Journal of Cuneiform Studies
Vol. 39, No. 1 (Spring, 1987), pp. 54-117
Published by: The American Schools of Oriental Research

Long-Distance Seafaring in the Ancient Near East
Robert R. Stieglitz
The Biblical Archaeologist
Vol. 47, No. 3 (Sep., 1984), pp. 134-142
Published by: The American Schools of Oriental Research
[Q1]: (Potts 1993a, 1993d) Dieses wird u.a. durch eine Anzahl von Texten gezeigt, die auf Magan verweisen und vor allem den Handel mit Kupfer über Dilmun (Bahrain) zwischen Magan und Mesopotamien nachweisen.
(1994 Black Boats of Magan: Some Thoughts on Bronze Age Water Transport in Oman and Beyond from the Impressed Bitumen Slabs of Ra5s al-Junayz. Pp. 745-62 in South Asian Ar chaeology, 1993: Proceedings of the Twelfth International Conference of the European As sociation of South Asian Archaeologists Held in Helsinki University, 5-9 July 1993, eds. A. Parp?la and P. Koskikallio. Annales Academiae Scentiarum Fennicae B 271.)
[Q2]: (G. W. Goettler, N. Firth, and C. C. Hudson, "A Preliminary Discussion of Ancient Mining in the Sultanate of Oman," Journ. Oman St. 2 (1976) 43-50; A. Hastings, J. H. Humphries, and R. H. Meadow, "Oman in the Third Millennium B.C.E.," Journ. Oman St. 1 (1975) 9-55; Dr. Gerd Weisgerber of the Bergbau Museum in Bochum, Germany) 
[Q3]: (G . F. Dales, "ShiftingT radeP atterns between the IranianP lateaua nd the IndusV alley in the 3rd MillenniumB .C.,"i n J.D eshayes (ed.), Le Plateau Iranien et l'Asie Centrale des Origines & la Conqubte Islamique (Paris, 1977) pp. 67-78;" Archaeologicaal nd RadiocarbonC hronologiesf or PrehistoricS outhA sia,"i n N.
Hammond (ed.), South Asian Archaeology (London, 1973) pp. 156-69; Ahmad Hasan Dani, "Origins of Bronze Age Cultures in the Indus Basin," Expedition 17 (1975) 12-18; Gregory Possehl, Ancient Cities of the Indus (North Carolina, 1979) pp. 153-54; "Bibliography," Expedition 17 (1975) 38-39; Daniel Potts, "Towards an Integrated History of Culture Change in the Arabian Gulf Area: Notes on Dilmun, Makkan, and the Economy of Ancient Sumer," Journ. Oman St. 4 (1978) 29-51; S. R. Rao, "Shipping and Maritime Trade of the Indus People," Expedition 7 (1965) 30-37; B. K. Thapar, "KalibanganA: HarappanM etropolis beyond the Indus Valley," Expedition 17 (1975) 19-32; Maurizio Tosi, "The Dating of the Umm an-NarC ulturea nd a Proposed Sequence for Oman in the Third MillenniumB .C.," Journ. Oman St. 2 (1976) fig. 1, p. 82. 83. Tosi (Journ.O man St. 2 [1976]8 8)
 

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