Anfänge von Religion - Zusammenfassung

 

I. Überblick
II. Früher Begräbnis- und Totenkult
III. Kulturelle Strukturen
IV. Frühe Kunst
V. Legitimation von Herrschaft

      1. Alter Orient

      2. Legitimation der Dynastie Sargon´s von Akkad 

 

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  I. Überblick


Vor etwa 2,5 Mio. Jahren begann Homo habilis mit der Herstellung von Steinwerkzeugen, welches eine Subjekt-Objekt-Trennung des Bewusstseins voraussetzt und dem Fleischverzehr (Jagd), welches eine vorausschauende Planung erforderlich macht.

Bei dem Homo-erectus, vor etwa 1,5 Mio. Jahren war das Bewusstsein nun soweit erstarkt, dass es sich als Ich erlebt und nun bewusst getrennt von der Umwelt ist. Ein reflexives Bewusstsein stellt sich heraus, welches das Denken in Kausalzusammenhängen ermöglicht. Ab der Werkzeugherstellung setzte eine merkliche Vergrößerung des Gehirnes ein und auch die Feuerbenutzung und vermutlich schon frühe Formen des Schädelkults (Fund von Chou-k´ou-tien) wurden eingeführt.

Die Arbeitsteilung auf kooperierender Grundlage innerhalb kleiner Gruppen erscheint als die Basis, welche die Entkopplung von Bedürfnis und Befriedigung erlaubte und dadurch aufeinander aufbauende kulturelle Leistungen (wie Werkzeuggebrauch) als integralen Bestandteil im Verhalten der Menschen verankerte.
Diese Fähigkeit, wie auch die Fähigkeit zu Konfliktvermeidungsstrategien, scheinen erst auf Grundlage einer bestimmten emotionellen Ausstattung möglich geworden sein, welche Konfirmität zu gemeinsamen Normen ermöglichte und so kulturell tradiertes Wissen über soziale Regeln dauerhaft verfügbar machte.
Der Werkzeuggebrauch bei frühen Vertretern der Gattung Homo ist wahrscheinlich Folge, nicht Auslöser dieser Veränderung in der Sozialstruktur. (J. Wettlaufer)

Religiöses Erleben, das mit der Entstehung des menschlichen Bewusstseins verbunden zu sein scheint, begann vermutlich beim Homo erectus vor 500.000 Jahren, wie als Kulthandlungen interpretierbare arrangierte und bearbeitete Knochenreste Verstorbener vermuten lassen. (wiki: Schamanismus)

Die Fähigkeit zur Kultur selbst (also kognitive Fähigkeiten, Werkzeuggebrauch, soziale Kommunikation) dürften ihrerseits über lange Zeit durch natürliche Selektion begünstigt worden sein. (W. Menninghausen)

Vor-religiöse Formen
Die religiösen Vorformen (wie Animismus, Totemismus und Schamanismus) erleben noch keinen Glauben, sondern nur Mythos und Ritual. Glaube entsteht erst aus dem Mythos der animistisch-schamanischen Gesellschaften.

Als sich vor etwa 200.000 - 100.000 Jahren die Selbstwahrnehmung und das Bewusstsein hinreichend entwickelt haben, wurden die bisher weniger relevanten Dinge (wie Tag/Nacht, Sonne/Mond/Sterne, Geburt/Tod) ins Weltbild eingepasst.
(D. Brandt)

„Die ersten Menschen, die zu jener Zeit vor zweihunderttausend Jahre auf der Erde lebten, waren nicht nur Jäger und Sammler – sie waren auch Magier. … Die erkennenden Vorgänge verwechseln in dieser Phase nicht nur Subjekt und Objekt, sondern auch Ganzes und Teil. … Auf dieser frühen Stufe ist der logische, sprachbegabte und Begriffe prägende Geist (Verstand) noch nicht entwickelt. Die mentalen Fähigkeiten sind noch einfach und grob, bestehen vornehmlich aus primären Vorgängen oder magischen Bildern, Paläosymbolen und proto-linguistischen Strukturen. … Freud scheint den Kern dieses frühen Zustandes erfasst zu haben: 'Das Ich war vor allem und überwiegend ein Körper-Ich'“ (Wilber)

Auf Grund noch fehlender Produktionstechniken kontrollieren archaische Gesellschaften die Natur nur passiv, daher ist das Ziel ihres religiösen Denkens und Handelns die Erhaltung der vorgefundenen Weltordnung.
Zwischen Physischen und Psychischen, zwischen Natur und Kultur wird noch nicht unterschieden. Die gesammte Weltordnung darf nicht verändert werden. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft werden noch nicht getrennt. (R. Döbert)

Es ist anzunehmen, das diese Deutungssysteme nicht als Glaube, an dem man zweifeln könnte, sondern als unmittelbare, alternativlose Lebensart angesehen werden müsste. (R. Döbert)

Da das Weltbild der Hominiden im Kern nur aus "Wesen" bestand (Animismus), musste also "Jemand" für Geburt, Regen, Blitz und Tod verantwortlich sein. Wesen also, die so mächtig wie Sonne und Mond waren. (D. Brandt)

Mit der "Entdeckung", das es außeralltägliche "Kräfte" gibt, ist auch die Entstehung des Geisterglaubens verbunden. Die Konzipierung übersinnlicher Wesen, welche das Schicksal der Welt beeinflussen, entspricht einer ersten Abstraktionsstufe. Durch extatische Erfahrungen (Orgien, Trance) entsteht die Vorstellung der Seele "als eines vom Körper verschiedenes Wesen, welches hinter, bei oder in den Naturobjekten in ähnlicher Art vorhanden ist, wie im menschlichen Körper etwas steckt, was ihn im Traum, in Ohnmacht und Extase, im Tod verlässt". (sinngemäß M.Weber)

Für den archaischen Menschen besteht ein „Bruch im Raum“, wie es Eliade nennt. Einerseits ist da der "Kosmos", der eigene Raum, den man geheiligt und kultiviert hat, den man überschaut, in dem die eigenen Gesetze gelten. Dann gibt es aber auch das "Chaos", den anderen Raum, der natürlich geblieben ist und nicht kultiviert wurde, den man nicht überschaut, in dem andere Gesetze gelten. Hier leben die Dämonen, die Geister, ggf. auch die Ahnen.. Und dieses Chaos kann jeden Moment hereinbrechen, zuweilen meint man, es an den Brüchen auch wirklich zu Tage treten zu sehen.
(R. Würfel)

Vor 120.000 bis 40.000 Jahren, im Mosterian (Mittelpaläolithikum) fanden bei den Neandertalern die ersten uns bekannten Bestattungen statt. Häufig in lockerer seitlicher Schlafstellung und mit vielen Kindesbestatungen. Gerade der Nachwuchs war den Neandertalern (überlebens-)wichtig, dementsprechend wurden die verstorbenen Nachkömmlinge sorgfältig bestattet. Archäologisch gilt dies als erste nachvollziehbare Auseinandersetzung mit dem Tod.

Im mittleren Paläolithikum erschienen die ersten bekannten Begräbnisse. In Bodenlöchern wurden die Toten begraben, oft zusammen mit Steinwerkzeugen, Requisiten und Teilen von Tieren. Diese Bestattungen liegen zeitlich zwischen 120.000 v.u.Z und 37.000 v.u.Z. und gelten als die ältesten bekannten, religiös motivierten Handlungen. Diese Bestattungen, aus denen geschlossen werden kann, dass Tote bewusst begraben wurden, gelten als älteste Formen kultischer Praktiken in der Urgeschichte. Sie erscheinen sowohl beim Neandertaler als auch beim Homo sapiens, wobei sich die Form der Begräbnisse kaum unterscheidet.
(wiki: Religion im Paläolithikum)

Es wird von den meisten Wissenschaftlern angenommen, dass sowohl der Neandertaler als auch der frühe Homo sapiens im Paläolithikum bereits eine religiös-kultische Prägung aufgewiesen haben. Funde, die religiös-kultisch gedeutet werden können, sind beispielsweise Höhlenmalereien, jungpaläolithische Kleinkunst, Frauenfigurinen und andere Skulpturen wie der Löwenmensch sowie Gräber und ihre Ausstattung. (wiki: Religion im Paläolithikum)

Die Einheitserfahrungen, die aus rituellen Handlungen erwachsen, werden fast immer von starken Gefühlszuständen begleitet, die wiederum selbst von rhythmischen Gesten und Gebärden herrühren. … Es ist denkbar, dass ostentative Handlungen bei zeremoniellen Ritualen über längere Zeit das Interesse der Amygdala wachhalten und … zu einer leichten Angst oder Erregungsreaktion führen können … Vermischt mit dem seligen Frieden der übermäßigen Ruhe, wird diese Erregung vielleicht als 'religiöse Ehrfurcht' erlebt.“ (A.Newberg u.a.)

Ab der Zeit vor etwa 50.000 Jahren fängt Homo sapiens sapiens an, Gebrauchs- und Kunstgegenstände zu erschaffen. Ab hier lässt sich dann von der "kulturellen Evolution" reden, die nun mit dem selbstreflexierenden Bewusstsein verbunden ist und als Quelle der Kreativität zu benennen ist. Die Homo sapiens sapiens fingen mit der Herstellung von Gravierungen, Skulpturen und Reliefen an. > "Löwe-Mensch"
Darüber hinaus fand man aber auch eine Elfenbeintafel (4 cm) mit dem Relief eines stehenden Menschens mit erhobenen, grüßenden (abwehrenden?) Händen. Auf der Rückseite ist eine Serie aus Punktelinien eingearbeitet, welches auf Grund passender Zahlenkombinationen eine Verbindung zu Sonnen- und Mondphasen darstellen könnte. (ca. 40.000 v.u.Z.) Beides (Skulptur + Relief) stellt erstmalige Erzählungsinhalte dar, welche über die "irdische Spähre" hinaus reichen.

Schamanismus
ist die Bezeichnung für die Glaubensvorstellungen und spirituellen Praktiken von Schamanen. Der Schamanismus wird wegen der Schwierigkeit, ihn klar gegen Religion abzugrenzen, häufig phänomenologisch und anthropologisch als Auftreten „von Schamanen im Rahmen eines komplexen Systems von Glaubensvorstellungen“ definiert. Diesem kleinsten gemeinsamen Nenner können sich alle kontroversen Forschungsmeinungen anschließen. Im Allgemeinen wird der Schamanismus als die älteste, genauer nachweisliche Form religiösen Denkens beim Menschen bezeichnet. Der Schamanismus ist jedenfalls seit der frankokantabrischen Höhlenkunst des Aurignacien im Jungpaläolithikum relativ sicher nachweisbar, also vor etwa 30.000 Jahren. (wiki: Schamanismus, M. Eliade)

Hultkrantz definiert: „Der Schamanismus bildet ein religiöses Glaubenssystem, das auf religiöser Erfahrung und sakralen Mythen sowie auf Riten beruht. Letztere finden ihren Ausdruck durch kulturspezifische schamanistische Techniken, unter denen Trance oder Ekstase eine hervortretende Rolle spielen.“

Frühformen des Schamanismus in der Religionsgeschichte sind nur insofern umstritten, als Uneinigkeit darüber herrscht, ob sie eher im Paläolithikum oder im Neolithikum anzusiedeln sind.

Rituale, die regelhaft an die Zusammengehörigkeit der Siedlungsgemeinschaft untereinander und ihre Zugehörigkeit zum bewohnten Land erinnerten, stellten wohl das wirkungsmächtigste Instrument für die Tradierung der Erinnerung dar und die Sekundärbestattung bildete das Medium, mit dem die Identität der Gemeinschaft bis auf deren Ursprünge zurückgeführt und die Zugehörigkeit zum Raum (Land) über die Geschichte legitimiert werden konnte." (M. Heinz)

Jedes wirksam erprobte, symbolische Verhalten wird nun streng in der einmal erprobten Form wiederholt (> Sterotypisierung)

Primitive Religionen
Fähigkeit zur Symbolisierung, religiöses Symbolsystem "das Träumen", animistische Ahnengestalten gelten als Schöpfer gewisser weltlicher Dinge, werden dabei aber (noch) nicht als "Götter" verehrt, Ausübung festgelegter Rituale, es gibt noch keine Art von religiösen Vermittler, es existiert keine klare Trennung zwischen Diesseits und Jenseits, die Mythen sind ohne feste Struktur und veränderbar. (Rober N. Bellah)

Religionen der Wildbeuter (Jäger und Sammler)
> Jagdriten, Tänze, steinzeitl. Felsenbilder
> Totemismus
Die Fruchtbarkeit der Erde spielte keine Rolle, daher auch keine Fruchtbarkeitsgötter und auch noch kein ausgeprägter Ahnenkult, Im Mittelpunkt des Interesses steht der "Herr der Tiere" (wiki: Naturreligion)

Totemismus: Diese erste Stufe menschlicher Systematisierung geht aus der sozialen Organisation des Clans hervor. Das Denken in Kategorien (Erscheinungskomplexen ein Totem zuzuordnen) entsteht erst aus der Organisation der Gesellschaft (Clan)
Totemismus macht dabei nicht ein Tier oder eine Pflanze (> Totem) zu "Gott", sondern bezieht sich auf eine anonyme, unpersönliche Kraft, welche dem totemisitschen Dingen innewohnt, aber dabei nicht identisch mit ihnen ist. (E. Durkheim)

Wobei hier der soziologische und der psychologische Standpunkt etwas aus einander gehen. Insbesondere bei Durkheim wird die Kritik eingeworfen, das eine Beziehung zwischen Totemismus und Clanorganisation nicht immer gegeben sei.

Kultisch und gemeinschaftlich erzeugt werden dabei Gefühle der physischen und psychischen Überreizung (Orgien, Trance, Ektase).

Aber die religiösen Riten und Strukturen dienen dabei immer dem Erhalt der Gesellschaft und vergegenwärtigen symbolisch den sozialen Zusammenhang.
(E. Durkheim)

Für die Zeit um 20.000 -15.000 v.u.Z. findet sich in einem Schacht der Höhle Lauscaux, die isolierte Darstellung eines sterbenden, vogelköpfigen Mannes mit erigierten Penis (wohl als Zeichen für einen gewaltsamen Tod) und einem, durch einen Wurfspeer wohl tödlich verwundeten Bison. Dieses zählt als die erste bekannte Darstellung des Todes, bzw. eines Sterbenden.

Manismus
Ahnenkult, auch Ahnenverehrung oder Manismus genannt, ist ein ritueller Kult, bei dem tote Vorfahren verehrt werden. Die Ahnen stehen entweder in direkter familiärer Linie oder waren Oberhaupt einer Gruppe. Fast immer wird der Ahnenkult in Verbindung mit einem Opfer praktiziert, z. B. einem Trank-, Speise-, Brand- oder Kleidungsopfer (in frühen Zeiten auch einem Menschenopfer).
(wiki: Ahnenkult)

Ein Kennzeichen des gesamten Neolithikums ist der „Schädelkult“, bei dem die Köpfe der Verstorbenen separat von den Körpern aufbewahrt wurden. Jedoch wurde der Kopf erst nach vollständiger Verwesung abgetrennt. Die ersten Hinweise auf eine nachträgliche Entnahme des Kopfes aus einem Grab finden sich im Vorderen Orient bereits um 60.000 v.u.Z. bei einem Neandertalerskelett aus der Kebaran-Höhle (Israel). In den Gräbern des levantinischen Natufiens (12.000 – 10.000 v.u.Z.) häufen sich die Exhumierungen von Totenschädeln.

Stammesreligion
ist eine in der Religionswissenschaft gebräuchliche Bezeichnung für Religionen, deren Anhänger durch Abstammung und gemeinsame Kulturtradition verbunden sind. Ein Kennzeichen von Stammesreligion ist die Beschränkung auf einen vergleichsweise kleinen Kreis von Anhängern und ein bestimmtes Siedlungsgebiet. Ethnie und Religion sind hier untrennbar miteinander verbunden. Andere Bezeichnungen sind traditionelle Religion oder ethnische Religion. (wiki: Stammesreligion)

In Bezug auf die germanischen Stämme hebt Rainer Flasche hervor, dass für „Stammesreligionen ... ein auf das Diesseits und die Lebensgemeinschaft gerichtetes, den überlieferten und angenommenen Ordnungen entsprechendes Sich-Verhalten eben gegenüber jenen Ordnungsprinzipien“ typisch ist. Die Götter werden noch nicht – wie später im Monotheismus – völlig in ein Jenseits projiziert, sondern sie „sind eingeschlossen in die soziale und kosmische Ordnung, die immer als ein Ganzes ... erfahren wird. Die Gemeinschaft der Götter, der Lebenden und der Verstorbenen in ihrem gemeinsam dem Leben verhafteten Werdecharakter macht ... die germanische Religion in ihrer uneingeschränkten Diesseitsbezogenheit zu einer typischen Stammesreligion.“
Stammesreligionen sind also ein Zwischenglied zwischen dem archaischen bzw. magisch-mythischen Denken, das diese Ordnungsprinzipien noch rein sakral versteht, und dem monotheistischen Denken, das Gott vollständig in ein Jenseits versetzt, von dem die Menschen komplett getrennt sind und in das sie nur selten Einblick haben.

Durch Systematisierung und Rationalisierung des Gottesbegriffes wurden magische Elemente verdrängt.

Während die "Götter" erst identisch mit materiellen Dingen (wie Feuer) waren, wurden nun die diese materiellen Dinge zum Symbol für einen nicht direkt anwesenden, menschenartigen "Gott". Sie wurden personifiziert.
Es kommt zu einer "Flutwelle symbolischen Handelns, das den ursprünglichen Naturalismus verdrängte" (M. Weber)

Religionen der Ackerbaukulturen
> Animismus
Im Mittelpunkt des Interesse steht die Erde (Natur) und ggf. "göttliche" Muttergestalten
(wiki: Naturreligion)

Chthonismus bezeichnet eine mythologische Weltanschauung, in der die als Mutter personifizierte Erde im Mittelpunkt steht. Der Begriff wird insbesondere in der Religionsphilosophie und in der Ethnologie verwendet. (wiki: Chthonismus)

Vor-religiöse Formen wie Animismus und Schamanismus kennen noch keinen Glauben, sondern nur Mythos und Ritual. Glaube entsteht erst später, wenn der Mythos nicht mehr Wirklichkeit ist, verliert er seine Bedeutung und schafft keine Bindung an das Göttliche mehr. Die Menschen verstehen nicht mehr, was der Mythos bedeuten soll und warum das Ritual ausgeführt werden muss. (R. Würfel)

Es ist deshalb kein Glaube, weil für den archaischen Menschen dies alles Wissen ist. Es ist für ihn die einzige Möglichkeit, die Welt zu erklären und zu erhalten. Er braucht nicht daran zu glauben, denn er erfährt all das wirklich, es macht für ihn Sinn. Erst wenn man diesen Sinn nicht mehr erkennen und das Phänomen nicht mehr erfahren kann, muss man sich eine Konstruktion bauen - dies ist der Glaube. Dies passiert in dem Moment, als das Ego erwacht (siehe Julian Jaynes, R. Würfel)

Um 12.000 -10.000 v.u.Z., im Epipaläolithikum (auch Proto-Neolithikum) der
Levante (Fruchtbarer Halbmond, „Natufien“), beginnt der Prozess der Sesshaftigkeit. Die Toten werden einzeln oder zu mehreren, in liegender Haltung mit angezogenen Beinen (Hockerstellung) bestattet. Grabbeigaben die auf bestimmte Jenseitsvorstellungen oder Totenrituale schließen lassen, blieben die Ausnahme. Schmuckgegenstände aus Muscheln und Knochen sind dagegen die Regel und dürften aus dem persönlichem Besitz der Verstorbenen stammen. (> siehe Linearbandkeramik um 5500 v.u.Z.)

Um 10.000 -9.000 v.u.Z., im Akeramische Neolithikum (PPN A) entstehen in einem religiös-rituellen Kontext die mind. 20 großen kreisförmigen Anlagen aus meterhohen Steinplatten in Göbekli Tepe, als möglicherweise erste "Tempel".

Um 10.000 - 6.000 v.u.Z., in der Jungsteinzeit (Neolithikum) erforderte das gemeinschaftliche Zusammenleben auf engen Raum neue Regeln und Normen, einschließlich bestimmter Personen oder Instanzen, die für die Konfliktlösungen zuständig waren. Handwerker spezialisierten sich und religiöse Vorstellungen entwickelten sich, da die magischen Praktiken der Jäger und Sammler nicht mehr genügten.

Die Linienbandkeramik (5500-5000 v.u.Z.) kennt Einzel- und Kollektivbestattungen, Brandbestattungen, Teil- und Körperbestattungen auf Grabfeldern, in Siedlungen und an anderen Orten. Bisweilen finden sich beide Bestattungsformen auf demselben Gräberfeld. Bei den Körpergräbern handelt es sich um rechte oder linke Hocker, die in Tracht und mit Beigaben bestattet wurden. Typische Trachtbestandteile sind Schmuckgegenstände aus Spondylus gaederopus, einer Meeresmuschel, die in der Adria und in der Ägäis verbreitet war und über weite Strecken gehandelt wurde. Aus ihr wurden Perlen für Ketten und Kopfschmuck, Armringe und Gürtelschließen hergestellt.
(wiki: Bandkeramische Kultur)

Wie bei allen schriftlosen Kulturen der Vor- und Frühgeschichte können über die Weltsicht oder die religiösen Vorstellungen der Menschen der Linearbandkeramik keine gesicherten Aussagen getroffen werden. Hinweise liefern die anthropomorphen (menschengestaltigen) Plastiken und Ritzzeichnungen, denen in der Forschung stets ein großes Interesse zukam. Sie werden von der Mehrzahl der fachwissenschaftlichen Publikationen in den religiösen Bereich der Bandkeramik eingeordnet. Verschiedene Autoren interpretieren sie als Ausdruck von Fruchtbarkeitskulten, der Verehrung einer Urmutter oder als die Manifestation eines Ahnenkult. Diese Deutungen müssen einander nicht ausschließen. (wiki: Bandkeramische Kultur)

Religionen der Hirtennomaden
> patriarchalisch, Frauen oft von religiösen Funktionen ausgeschlossen, Fruchtbarkeistsgottheiten weitestgehend unbekannt (da unnötig). Neben den Tieren stehen Gott und Himmel im Interesse. (wiki: Naturreligion)

Die menschliche Hierarchie, das Rangordnungsverhalten der Sippenmitglieder gegenüber dem Alpha, wurde auf die übermenschlichen Wesen übertragen: huldigen, loben, opfern, sich unterwerfen und dienen waren nun die Rituale.
Typische Religionsmerkmal bildeten sich: Kulte, Rituale, Opferungen und besondere Tabus. (D. Brandt)

Doch das Verständnis des Mythos verlor sich mit der Zeit. Die Rituale wirkten nicht mehr, der Mythos wurde nicht mehr erlebt – er musste nun geglaubt werden. Die Erzählung des Mythos wird zum Glaubensinhalt, und das Ritual wird zur Zeremonie.

Nicht der Glaube oder die Religion selbst sind als eigentlicher evolutionärer Vorteil einzustufen, sondern die (dadurch mit bewirkte) Verstärkung der Sicherheitsbedürfnisse, die aber ein sozialer Faktor sind, kein Ideologischer. Glaube und Religion sind somit als Nebenprodukt der Sicherheitsbedürfnisse entstanden, ohne dabei direkt die Populationszahlen zu beeinflussen. (D. Brandt)

Historische Religionen
Religionen werden nun universalistisch, wodurch es nicht mehr bedeutend ist, aus welchen Clan oder Stamm man kommt. (R.N.Bellah)

Während im primitiven Ritual das Individuum sich mit dem göttlichen Kosmos vereinen konnte, kann es ihm jetzt durch die Rituale nur näher kommen, bleibt aber niederer. Eine Versöhnung und Verbindung kann in der diesseitigen Welt nicht mehr hergestellt werden. (R.N.Bellah)

Die religiös-politische Hierarchie archaischer Gesellschaften spaltet sich in eine politische und eine religiöse Hierarchie. (R.N.Bellah)

Polytheismus
„Am Anfang der Weltreligionen steht eine beispiellos geistige Wende. … die kollektive Wahrnehmung bringt nicht mehr, was sie einst erbrachte. Sie verlor ihre zutiefst sinngebende und identitätsstiftende Kraft. Wahrheit, eigene Identität ermöglichende, zutiefst bewegende und den Menschen erfüllende Wahrheit wird nicht mehr in der kollektiven Trance des Festes zuteil.“ (G. Schmid, R. Würfel)

Weiterhin ist es Ziel, die vorhandene Weltordnung zu erhalten. Staat und Königtum werden Gegenstand der Mythologien, müssen aber, um sie zu erhalten, durch Rituale immer wieder sakralisiert und dadurch legitimiert werden. Die religiösen Deutungsmuster bestimmen das Verhalten aber nicht mehr wie ein unabänderliches Gesetz, sondern müssen nun kodifiziert und gelehrt werden. (R. Döbert)

Neu ist die Konstruktion eines Pantheons personifizierter Götter. Natürliche Phänomene werden nun als Manifestation des göttlichen Handelns angesehen, nicht aber als identisch mit den Göttern.
Da die Götter nun wie Personen sind, wird es möglich und nötig mit ihnen zu interagieren. Bitte, Opfer und Verehrung erscheinen als Formen des religiösen Handelns. (R. Döbert)

Nach Ausdifferenzierung einzelner Naturerscheinungs-Wesen kam die Frage nach deren Erschaffer auf. Die Struktur des menschlichen Alpha wurde auf die übernatürlichen Wesen übertragen. Aus Polytheismus wurde dadurch dann Monotheismus. (D. Brandt)

Das Denken über die Götter (v.a. durch die Priesterschaft) führte zur Festlegung der Existenz und Qualität (vor allem durch Antropomorphisierung und Kompetenzabgrenzung) der Götter. Dies ist die zentrale Voraussetzung, das Götter universell werden konnten. Diese Tendenz der Universalisierung führte dann zum Monotheismus.

Hochkulten führen zusätzlich Gottheiten für Städte, für Krieg, Handel und Justiz ein.
Der Pantheon spiegelt nicht mehr die Natur, sondern die entwickelte menschliche Gesellschaft wieder. (wiki: Naturreligion)

Als Mysterienkult oder Mysterienreligion wird ein Kult oder eine Religion bezeichnet, deren religiöse Lehren und Riten vor Außenstehenden geheim gehalten werden. Die Aufnahme in eine solche Kultgemeinschaft erfolgt gewöhnlich durch spezielle Initiationsriten. Die bekanntesten Mysterienkulte der antiken Welt sind die Mysterien von Eleusis, die samothrakischen Mysterien, der Dionysoskult, der Kult des Liber Pater in Rom und in Süditalien, der Mithraskult, der Kybele- und Attiskult, der Isis- und Osiriskult. (wiki: Mysterienkult)

Zum allgemeinen Wesen der Mysterienkulte gehören:
* der sterbende und auferstehende Gott
* der Mutterkult
* die Wiedergeburt und Unsterblichkeit.

Monotheismus
Erst mit dem Monotheismus adaptiert Religion das "Gute" als etwas Eigenes und Einzelnes.

Durch die Verbindung eines kontinuierlichen Verbandes von Menschen (Gemeinde) und durch ein kontinuierlich einem und dem selben Gott gewidmetes Tun (Kult) erhalten die Göttergestalten mit der Zeit Kontinuität. (M. Weber)

Durch Entwicklung und höhere Ansprüche an die Qualität der Rechtsfindung werden auch die ethischen Ansprüche an die Götter größer. Diese ethischen Götter setzen dann den Menschen verbindliche Normen, der Begriff "Sünde" entsteht und damit auch das Anliegen auf Erlösung. Wobei aber nicht jede Religion eine Erlöserreligion wurde. Frömmigkeit wird nun zur Grundlage der religiösen Lebensführung.

Im Glaube kontrolliert die jenseitige Spähre das Diesseits und wird daher als wertvoller betrachtet, wodurch der Wunsch auf Erlösung oder Erleuchtung entsteht. (R.N.Bellah)

Die Gottesvorstellungen wurden ethisiert, neben Macht und Allwissen traten auch Liebe, Güte und Gerechtigkeit als göttliche Aspekte nun stärker auf.
Auf Grund seiner Güte kann Gott jedoch nicht mehr für die negativen Aspekte auf der Erde verantwortlich gemacht werden und wird deshalb ins Jenseits, in Transzendenz, angesiedelt.
Dadurch zerfällt das Weltbild noch stärker in zwei Teile, wobei das Diesseits zur Durchgangsstation wird. Durch das Verdrängen Gottes ins Jenseits wurden sowohl die Natur, als auch gesellschaftliche Institutionen entsakralisiert und damit transformierbar. Der Mensch bittet nun nicht mehr um irdische Güter, sondern um Erlösung. Ausschlaggebend für die Erlösung ist nun aber nicht mehr das Befolgen von Ritualen und Opfern, sondern eine gottesfürchtige Gesinnung - die Frömmigkeit.
(R. Dobert)

„In der 'Entferntheit Gottes' drückt sich in Wirklichkeit das steigende Interesse des Menschen für seine eigenen religiösen, kulturellen und wirtschaftlichen Entdeckungen aus.“ (Eliade 1998)

Was den religiösen Glauben – im Gegensatz zum kultischen Ritus – für den Einzelnen so attraktiv macht, ist dass er unmittelbar vom Individuum erfahren werden kann.
(G. Schmid, R. Würfel)

Doch dieser Glaube verlangt auch Hingabe. Diese Hingabe braucht aber ein Objekt, da Gott fern ist. Aus Kultgegenständen werden Symbole, die den Menschen an den Glauben binden und gleichzeitig an den Menschen gebunden werden. Und es bedarf einer Initiation. Diese Initiation geschieht im Rahmen einer Gemeinschaft, die Initiation ist zugleich auch Aufnahmeritual in die Gemeinschaft des Glaubens. (R. Würfel)

Judentum
„Gegenüber den archaischen und altorientalischen Religionen und den in Indien und Griechenland ausgebildeten mythologisch-philosophischen Vorstellungen von der ewigen Wiederkehr bringt das Judentum eine grundlegende Neuerung. Für das Judentum hat die Zeit einen Anfang und ein Ende. Die Idee der zyklischen Zeit ist überholt.“ (Eliade 1998)

Protestantismus
Die grundlegend magische Interpretation der Eucharistie als Wiederholung des paradigmatischen Opfers wird ersetzt durch die Interpretation als Erinnerungsakt an ein ein-für-alle-Mal historisches Ereignis (Kreuzigung). (R.N.Bellah)

"Der wahnhaft Religiöse folgt seiner inneren Wahrnehmung exklusiv, ohne Rücksicht auf reale Gegebenheiten, ohne Rücksicht auf eigene und fremde Verluste an realer Erfahrung. Im Gegenteil, Verluste nennt er 'Opfer'. ... Er opfert zuerst die ganze äußere Realität seiner inneren Wahrnehmung. Anschließend und weil niemand ohne äußerlich wahrgenommenen Welt leben kann, zwingt er die äußerlich wahrgenommene Welt, seiner inneren Wirklichkeit zu entsprechen."
(G. Schmid, R. Würfel)

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Quellen:
* Dieter Brandt (pdf): "Gott: mitschuldig?"
* Jörg Wettlaufer (pdf): "Kognitive und kulturelle Evolution"
* Winfried Menninghausen (pdf): "Biologische Evolution und Kultur"
* Marlies Heinz: "Vorderasiatische Altertumskunde"
* Georg Schmid: "Zwischen Wahn und Sinn"
* Ralph Würfel (noch unveröffentlicht)
* Ken Wilber: "Halbzeit der Evolution"
* Mircea Eliade: "Das Heilige und das Profane. Vom Wesen des Religiösen" (1998)
* Mircea Eliade: " Die Schöpfungsmythen" (Neuauflage 2002)
* Mircea Eliade: "Kosmos und Geschichte. Der Mythos der ewigen Wiederkehr." (2007)
* Andrew Newberg / D'Aquili, Eugene / Rause, Vince: "Der gedachte Gott"
* Rainer Flasche, in: Gunther Stephenson (Hrsg.) „Leben und Tod in den Religionen: Symbol und Wirklichkeit“
* Niklas Luhmann: "Die Religion der Gesellschaft"
* Max Weber, Emile Durkheim, Rainer Döbert, Robert N. Bellah: http://www.socio.ch/relsoc/t_fernandez.htm 

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II. Früher Begräbnis- und Totenkult


Im Mosterian, im Mittelpaläolithikum fanden bei den Neandertalern die ersten uns bekannten Bestattungen statt. Häufig in lockerer seitlicher Schlafstellung und mit vielen Kindesbestatungen.
Gerade der Nachwuchs war den Neandertalern (überlebens-)wichtig, dementsprechend wurden die verstorbenen Nachkömmlinge sorgfältig bestattet. Archäologisch gilt dies als erste nachvollziehbare Auseinandersetzung mit dem Tod.

Im Pavlovien dann (immer noch Steinzeit), fanden Einzel- und Mehrfachbestattungen statt, teils mit Beigaben wie Skulpturen. Zum Beispiel fand man eine Frau, die mit zwei Mammutschulterblättern abgedeckt wurden war.

Um 20.000 v.u.Z. fand sich dann (in der Nähe des heutigen Moskaus) ein Kinderdoppelgrab (Kopf an Kopf) und in einem Erwachsenengrab, in dem sich Hunderte geschnitzte Elfenbeinperlen an fast allen Nähten der Lederkleidung befanden.

In der Höhle Lauscaux, in einem Schacht, der (auch?) heute noch häufig mit giftigem Kohlendioxid aufgefüllt ist (weswegen man nur kurz rein kann) befindet sich die isolierte Darstellung eines sterbenden, vogelköpfigen Mannes mit eregiertem Penis (wohl als Zeichen für einen gewaltsamen Tod) und einem, durch einen Wurfspeer wohl tödlich verwundeten Bison. Dies ist erste bekannte Darstellung des Todes, bzw. eines Sterbenden und stammt aus der Zeit um 20.000 - 15.000 v.u.Z.

Ein markanter Wesenszug des gesamten Neolithikums, vorallem im Alten Orient, ist der „Schädelkult“, bei dem die Köpfe der Verstorbenen eine Zeit lang separat von den schon begrabenen Körpern aufbewahrt wurden, wobei aber der Kopf erst nach vollständiger Verwesung abgetrennt wurde.
Ersten Hinweise auf die nachträgliche Entnahme des Kopfes aus einem Grab finden sich im Vorderen Orient bereits um 60.000 v.u.Z. bei einem Neanderthalerskelett aus der Kebaran-Höhle (Israel). In den Gräbern des levantinischen Natufiens (12.000 – 10.000 v.u.Z.) häufen sich dann die Exhumierungen von Totenschädeln. Zudem kam die Sitte auf, die Schädel mit einer Masse aus Lehm und Gips zu überformen, um damit die Gesichtszüge nachzubilden. Eingesetzte Muschelaugen und farbige Haarwiedergabe verliehen den Köpfen dann eine gewisse Lebendigkeit. Nach einer gewissen Zeit wurden die Köpfe dann wieder unter den Fußböden der Wohnhäuser beigesetzt.
Eine Ausnahme stellt das „Schädelgebäude“ in Cayónú dar, in dem die Skelettreste von mind. 400 Personen gestapelt waren (ähnlich wie in einem mittelalterlichen, europäischen „Beinhaus“).
Gegen Ende des keramischen Neolithikums wurde der Schädelkult aufgegeben und man ging dazu über, die Toten vollständig in Hockerlage, häufig außerhalb der Siedlungen beizusetzen.

In Europa (z.B. LBK / Neolithikum) drehen sich dann, die in rechter oder linker seitlicher Hockerhaltung begrabenen Menschen, rund um die Himmelsrichtungen in ihrer Kopf-Fuß-Orientierung, häufig aber mit dem Kopf zum Sonnenaufgang hin (z.B. in Richtung Süd-Ost).
Häufig finden sich die Toten in den Abfallgruben der neolithischen Siedlungen, dennoch aber in Hockerhaltung und gleichmäßig nach bestimmten Himmelsrichtungen ausgerichtet, was zeigt, dass die Toten nicht einfach nur im "Abfall" landeten (z.B. Körös-Kultur)

In der großen Ofnethöhle (Nördlinger Ries, Dtl.) fanden Archäologen ein "Schädelnest" mit 34 Menschenschädeln in zwei Gruben aufgeteilt, welches auf 7700 v.u.Z. datiert wurde. Die Toten blickten alle exakt zum Höhlenausgang (Richtung Westen) und bestanden vorrangig aus Kinder- und Frauenköpfen. Die Grubenböden waren mit Rötel bestreut und unter Tausenden von Beigaben fanden sich u.a. 215 Hirschzähne und 4250 Schmuckschneckengehäuse, die alle durchbohrt waren.

Auch in Herxheim (Südpfalz) fand sich in Form eines eliptischen Grabens um die Siedlung der Bandkeramiker (um 5000 v.u.Z.) das Zentrum eines Totenkultes, in dem Knochen über 50 Jahre hinweg gesammelt. Die Knochen wurden aus Böhmen, dem Elbe-Saale-Gebiet, der Schwäbischen Alb, Belgien und in einem Fall sogar aus dem Pariser Becken heran gebracht. Die Beigaben (Keramik, Nadeln, Klingen) wurden meistens zerstört und die Schädel und Gebeine der Toten zerschlagen.

In der Grotta Scaloria in Süditalien fanden sich 136 neolithische Gräber von ausschließlich jungen Frauen zwischen 20-22, die bei der Geburt ihres Kindes starben. In vielen Fällen wurden die ebenfalls verstorbenen Säuglinge mit begraben. Die Schädel wiederrum wurden vom Körper getrennt und die Beigaben ebenfalls zerschlagen.

Darüber hinaus schienen die neolithischen Bauern Angst vor "Wiedergängern" gehabt zu haben. Häufig wurden die Leichname unbeweglich gemacht, in dem ihnen die Gliedmaßen abgetreennt wurden, die Arme auf den Rücken gefesselt wurden oder man die Toten mit Steinen beschwerte.

Einmalig indess erscheint eine Bestattung in Ippsheim (Würzburg), bei der ein einzelner Toter um 4600 v.u.Z. mittig im Zentrum von drei umlaufenden Kreisgräben, kopfüber in den Boden versenkt wurde.

In Ban Po Cun (China) wurden im 6. Jahrtausend v.u.Z. erwachsene Tote mit unterschiedlichen, differenziertes soziales Prestige anzeigenden, beigaben außerhalb des Dorfgrabens beigesetzt. Die verstorbenen Kinder jedoch wurden in Gefäßen nahe der Häuser bestattet.

Die soziale Differnzierung findet sich sowohl im chalkolithischen Europa (um 2000 v.u.Z.) beim sogenannten "Fürstengrab" von Leubingen (Erzgebirge), aber auch schon im vordynastischen Ägypten um 4000 v.u.Z..

Ockerbestreuung war zudem noch häufig, sogar bis Australien verbreitet, teilweise dann (ab Bronze-/Eisenzeit häufiger) auch die Brandbestattung.

Das Begraben, vorallem in vor-sesshafter Zeit deutet auf erdachte Nachtod-Geschehnisse hin, denn häufig wurden Speisen mit gegeben. Auch in sesshafter Zeit, wo man Hygiene als Begräbnissgründe anführen könnte, zeigen dennoch die Beigaben oder auch die nicht zufällige Ausrichtung und Lage der Toten einen Bezug zu Vorstellungen über ein "Dannach" an.

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Quellen:
Dirk Husemann: Tod im Neandertal. Akte Ötzi. Tatort Troja.
Hansjürgen Müller-Beck: Die Steinzeit: Der Weg der Menschen in die Geschichte
Jürgen Bär: Frühe Hochkulturen an Euphrat und Tigris


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III. Kulturelle Strukturen

Erinnerung und Vergessen - Die Vergangenheit

Kulturelles Gedächtnis ist ein von Jan Assmann und Aleida Assmann geprägter Begriff. Er bezeichnet „die Tradition in uns, die über Generationen, in jahrhunderte-, ja teilweise jahrtausendelanger Wiederholung gehärteten Texte, Bilder und Riten, die unser Zeit- und Geschichtsbewußtsein, unser Selbst- und Weltbild prägen.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturelles_Ged%C3%A4chtnis
Vergangenheit entsteht nicht von selbst, sondern ist das Ergebnis einer kulturellen Konstruktion und Repräsentation; sie wird immer von spezifischen Motiven, Erwartungen, Hoffnungen, Zielen geleitet und von den Bezugsrahmen der Gegenwart geformt. (lt. Halbwachs, [Q1])

Mensch und Gesellschaft erinnern sich nur an das, "was als Vergangenheit innerhalb des Bezugsrahmen einer jeweiligen Gegenwart rekonstruierbar ist", dass, was in der Gegenwart keine Bezugsrahmen mehr hat, wird vergessen, wobei die Vergangenheit fortwährend von dem sich wandelnden Bezugsrahmen der fortschreitenden Gegenwart her neu rekonstruiert wird.
Das individuelle Gedächtnis einer Person wird dabei durch die Teilnahme an den kommunikativen Prozessen der Gesellschaft aufbaut.

Individuell im strengen Sinne sind nur die Empfindungen, nicht die Erinnerungen. Denn die Empfindungen sind eng an unsere Körper geknüpft, während die Erinnerungen notwendig ihren Ursprung im Denken der verschiedenen Gruppen haben, denen wir uns anschließen. [Q1]
Es gibt kein mögliches Gedächtnis außerhalb derjenigen Bezugsrahmen, deren sich die in der Gesellschaft lebenden Menschen bedienen, um ihre Erinnerungen zu fixieren und wiederzufinden. (Maurice Halbwachs, 1985,  [Q1])

Bei dem selbsterstellten Selbstbild einer sozialen Gruppe wird die Differenz nach außen hin betont, die nach innen dagegen heruntergespielt. ... Derartige Gruppen jedoch streben nach Dauerhaftigkeit und tendiert dazu, Wandlungen möglichstt auszublenden und die Geschichte als veränderungslos wahrzunehmen.

(Somit wird) Religion eine Art institutionalisierter Erinnerung und ist darauf aus, die Erinnerung an eine längst vergangene Zeit unberührt und ohne jede Beimischung späterer Erinnerungen durch die Zeit zu erhalten  [Q1]


konnektive Strukturen
Jede Kultur bildet etwas aus, das man ihre konnektive Struktur nennen könnte. Sie wirkt verknüpfend und verbindend (...). Sie bindet den Menschen an den Mitmenschen dadurch, dass sie als "symbolische Sinnwelt" einen gemeinsamen Erfahrungs-, Erwartungs- und Handlungsraum bildet, der durch seine bindende und verbindliche Kraft Vertrauen und Orientierung stiftet. ... Sie binden aber auch das Gestern an das Heute, indem sie die prägenden Erfahrungen und Erinnerungen formt und gegenwärtig hält, indem sie in einem fortschreitenden Gegenwartshorizont Bilder und Geschichten einer anderen Zeit einschließt und dadurch Hoffnung und Erinnerung stiftet. ... Beide Aspekte: der normative und der narrative, der Aspekt der Weisung und der Aspekt der Erzählung, fundieren Zugehörigkeit oder Identität, ermöglichen dem Einzelnen, "wir" sagen zu können. Was einzelne Individuen zu einem solchen Wir zusammenbindet, ist die konnektive Struktur eines gemeinsamen Wissens und Selbstbildes, das sich zum einen auf die Bindung an gemeinsame Regeln und Werte, zum anderen auf die Erinnerung an eine gemeinsam bewohnte Vergangenheit stützt. [Q1]

Dabei gehen Gruppe und Raum eine symbolische Wesensgemeinschaft ein, an der auch festhalten wird, wenn Gruppe und Raum sich voneinander trennen, indem die heiligen Stätten symbolisch reproduziert werden.

Rituale, die regelhaft an die Zusammengehörigkeit der Siedlungsgemeinschaft untereinander und ihre Zugehörigkeit zum bewohnten Land erinnerten, stellten wohl das wirkungsmächtigste Instrument für die Tradierung der Erinnerung dar ... mit dem die Identität der Gemeinschaft bis auf deren Ursprünge zurückgeführt und die Zugehörigkeit zum Raum (Land) über die Geschichte legitimiert werden konnte.
aus: "Vorderasiatische Altertumskunde" - Marlies Heinz
Über eine Sprache entsteht eine Einheit, welche durch fixieren eines Kodex (z.B. über Rituale usw.) zu einer größeren, sprachübergreifenden Einheit (Religion) wird.
Harald Haarmann 


"Kollektives Gedächtnis"

Das von Assmann benannte "kollektive Gedächtnis" funktioniert auf zwei Wegen:
Als fundierende Erinnerung, welche mit  Ritualen, Tänzen, Mythen, Mustern, Kleidung, Schmuck, Tätowierung usw., Zeichensysteme aller Art, ... (d.h. mit) mnemotechnischen Funktion(en) arbeitet
und als biografischen Erinnerung, welche auf sozialer Interaktion basiert.

Der Unterschied zwischen Mythos und Geschichte wird dabei hinfällig, denn für das kulturelle Gedächtnis zählt nicht die faktische, sondern nur die erinnerte Geschichte, worin sich das Identitätsgefühl der Gruppe manifestiert.
Das kulturelle Gedächtnis  vererbt sich aber nicht biologisch und muß daher über die Generationsfolge hinweg aufrecht gehalten werden. Dies geschieht mittels kultureller Mnemotechnik, also der Speicherung, Reaktivierung und Vermittlung des Sinns, während sich das "kulturelle Gedächtnis" im Gegensatz zum  "kommunikativen Gedächtnis" nicht von selbst verbreitet, sondern sorgfältiger Einweisungen bedarf.

Durch das kulturelle Gedächtnis gewinnt das menschliche Leben an Zweidimensionalität oder Zweizeitigkeit. Dadurch verschafft sich der Mensch Freiraum von der "Realität des täglichen Lebens" 


Mythos:

Auch der Begriff "Mythos" lässt sich über zwei Wege beschreiben:
Der "fundierende" Mythos stellt Gegenwärtiges in das Licht einer Geschichte, die es sinnvoll, gottgewollt, notwendig und unabänderlich erscheinen lässt.
(z.B. der Osiris-Mythos für Ägypten, die Exodus-Überlieferung für Israel, der Troja-Stoff für Rom und Homer´s Ilias für Griechenland)
Die "kontrapräsentische" Form des Mythos geht von Defizienz-Erfahrungen der Gegenwart aus und kreiert in der Erinnerung eine Vergangenheit, welche meist die Züge eines heroischen Zeitalters animmt. Fehlende, Verschwundene und/oder Verlorene Dinge werden hervor gehoben und machen den Bruch  zwischen "einst" und "jetzt" sichtbar.

Bei extremen Defizienzerfahrungen kann eine kontrapräsentische Mythomotorik revolutionär werden, nähmlich unter der Bedingung der Fremdherrschaft und Unterdrückung. ... Auch das Buch Daniel, das älteste Zeugnis einer millenaristischen Form kontrapräsentischer Mythomotorik, ist in einer solchen Situation entstanden. Es wird heute allgemein in die Zeit des antiochus IV. Epiphanes datiert, zur Zeit der Makkabäerkriege. [Q1]
Aus der selben Zeit wie das Buch Daniel stammt auch das ägyptische Töpferorakel, welches in Hoffnung und Erwartung einen Heilskönig weissagt, dessen Herrschaft nur durch den Umsturz der bestehenden politischen Ordnung heraufgeführt werden kann.
Ein weiteres Beispiel kontrapräsentischer oder kontrafaktischer Erinnerung ist das Buch Esther. Worin die Vergangenheit aus Sicht der Besiegten die Unterdrücker zu diffamiert und die Besiegten zu den eigentlichen Siegern empor hebt.


Schrift
Im Zusammenhang mit dem Schriftlichwerden von Überlieferungen vollzieht sich ein allmählicher Übergang von der Dominanz der Wiederholung zur Dominanz der Vergegenwärtigung, von "ritueller" zu "textueller Kohärenz". Damit ist eine neue konnektive Struktur entstanden. Ihre Bindekräfte heißen nicht Nachahmung und Bewahrung, sondern Auslegung und Erinnerung. [Q1]

So sind z.B. die Königsinschriften (wie Sumerische Königsliste) mehr ein Instrument der Orientierung und Kontrolle, als der Sinnstiftung. Die intensive Beschäftigung mit der Vergangenheit dient der Stillsetzung und Entsemiotisierung der Geschichte. Zwischen dem wortlautgetreuen Kopierent eines Textes und der buchstabengetreuen Befolgung des Inhalts wurde kein großer Unterschied gemacht. Die Babylonier haben  in teilweise sehr umfangreichen Kolophonen mittels Segens- und Fluchformeln gegen Beschädigung und Verballhornung ihre Texte und Verträge abgesichert und besiegelt.


Auslegung

Im Bezug auf einen "Kanon", indem der Text als unabänderbar gilt, ist aber die Welt der Menschen dennoch in fortwährendem Wandel und es besteht eine Distanz zwischen fixiertem Text (Kanon) und wandelbarer Wirklichkeit, die nur durch Deutungen zu überbrücken ist.
Kanonische Texte können nur in der Dreiecksbeziehung von Text, Deuter und Hörer ihren Sinn entfalten. So entstehen überall im Umkreis kanonisierter Überlieferung Institutionen der Interpretation und damit eine neue Klasse intellektueller Eliten: der israelische Sofer, der jüdische Rabbi, der hellenistische philogos, der islamische Scheich und Mullah, der indische Brahmane usw.. [Q1]
Mit dem unvermeidlichen Wandel der sozialen Milieus setzt Vergessen der in sie eingebetteten Erinnerung ein. Die Texte verlieren damit ihre (Selbst-)Verständlichkeit und werden auslegungsbedürftig. An Stelle kommunikativer Erinnerung (erlebte Erinnerung begrenzt auf die Zeit der Überlebenden, d.h. ca. 80 Jahre) tritt fortan organisierte Erinnerungsarbeit. Der Klerus übernimmt die Auslegung der Texte, die nicht mehr von selbst in ihre Zeit sprechen, sondern zu ihr in kontrapräsentische Spannung geraten sind. [Q1]
"Da man den Sinn der Formen und Formeln teilweise vergessen hat, muss man sie deuten" (1985, Halbwachs) - ganz im Sinne des protestantischen Theologen Franz Overbeck, der schärfer formuliert hatte: "Die Nachwelt hat darauf verzichtet, sie zu verstehen, und sich vorbehalten, sie auszulegen"


Beispiel Christentum
Die christliche Topographie ist eine reine Fiktion.
Die heiligen Stätten kommemorieren nicht durch Zeitzeugen gesicherte Fakten, sondern Glaubensideen, die in ihnen "nachträglich" Wurzeln schlagen. [Q1]
"Es gab keine Orte, an denen sich die Erinnerung von sich aus erhalten hätte, so wurde sie nachträglich, um 100 u.Z., von Kennern der galiläischen Geografie mit Orten verbunden. Mit dem Auftreten des Paulus verlagert sich jedoch das Schwergewicht der Erinnerung von Galiläa nach Jerusalem. Hier gibt es überhaupt keine authentischen Erinnerungen, weil sich Prozess und Hinrichtung Christi in Abwesenheit der Jünger abgespielt haben werden. Jerusalem tritt ins Zentrum, weil jetzt unter verändertem theologischen Fokus das Leben Jesu von Passion und Auferstehung als den entscheidenden Ereignissen her neu rekonstruiert wird.  [Q1]
Bezug 3./4. Jhr. u.Z. christliche (römisch-kath.) Kirche:
Nun erst "zieht die religiöse Gesellschaft sich auf sich selbst zurück, fixierte sie ihre Traditionen, legt sie ihre Lehre fest und erlegte den Laien eine Klerikerhierarchie auf, die nicht mehr einfach aus den Funktionären und Verwaltern der christl. Gemeinde besteht, sondern eine geschlossene, von der Welt abgesonderte und gänzlich der Vergangenheit zugewandte Gruppe bildet, die einzig und allein damit befaßt ist, das Gedächtnis der Vergangenheit zu bewahren" (1985 Halbwachs, [Q1])
Die Kirche ist zum ersten Mal mit dem Anspruch alles bindender und zugleich kanonischer, d.h. auf Wahrheit gegründeter, undisputabler Autorität aufgetreten und hat durch die Verpflichtung auf ihren Kanon eine monozentrische Kultur hervorgebracht. Kennzeichnend für eine solche Kultur ist ihre Gesamtorientierung, die Macht einer in verschiedenen Codes kultureller kommunikativer Praxis überformenden und bindenen Einheitsformel, die keinen Raum lässt für selbständiges Denken und autonome Diskurse. [Q1]


Quellen:
[Q1] = "Das kulturelle Gedächtnis" von Jan Assmann

weiter siehe:
http://erinnerungskultur.com/2008/das-kulturelle-gedachtnis/


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IV. Frühe Kunst

Bei den Oldowan (älteste bekannte Steinindustrie) vor 2 Millionen Jahren, denen vorrangig Australopithecinen zugeordnet werden, wurden vermutlich manchmal aus dem Fell erlegter Tiere (z.B. Leoparden) kleine Schutztalismane gefertigt.

Die Homo sapiens sapiens jener Zeit fingen dann mit der Herstellung von Gravierungen, Skulpturen und Reliefen an.
So ist der "Löwenmensch" das bisher älteste bekannte Kunstwerk. Möglicherweise zeigt es ein Fabelwesen, denkbar wäre aber auch die Darstellung eines Schamanens.

Darüber hinaus fand man aber auch eine Elfenbeintafel (4 cm) mit dem Relief eines stehenden Menschens mit erhobenen, grüßenden (anwehrenden?) Händen. Auf der Rückseite ist eine Serie aus Punktenlinien eingearbeitet, welches auf Grund passender Zahlenkombinationen eine Verbindung zu Sonnen- und Mondphasen darstellen könnte. (ca. 40.000 v.u.Z.)
Beides (Skulptur + Relief) stellt erstmalige Erzählungsinhalte dar, welche über die "irdische Spähre" hinaus reichen.

Im europäischem Neolithikum wird eine "Große Muttergötinn" angenommen.
Es gibt bei unterschiedlichen Kulturen eine Vielzahl von weiblichen, aber auch männlichen Idolen. Darüberhinaus sind sehr viele Funde von kleinen Altären, die oft im Zusammenhang mit dem Herd stehen, bekannt.

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  V. Legitimation von Herrschaft

1. Alter Orient


1.Titel
Titel (sumerisch)Titel (akkadisch)BedeutungEme-Sal (Dialekt) [Q3]
Enbelu(m)Herr, Gebieter
erstmals in Inschriften von Uruk, Mitte 3. Jahrtausend v.u.Z. nachweisbar und bis 4. JT. v.u.Z. zurück verfolgbar, (Ende 4. JT v.u.Z. in enger Verbindung mit der Verteilung von Gedreide  [Q1]), in Südmesopotamien auch als "Enum" (=Priester) vorhanden
u3-mu-un
Lugalšarru(m)König
ABER: lu-gal konnte auch der Chefadministrator eines Tempels oder ein Vorarbeiter etc. sein, (> weiterführend siehe unten)
dazu: Schreibweise gal.lu, die auf ein grammatikalisches Artefakt hindeutet (Adjektiv als Prefix vor Nomen), wo sich Schrift und Sprechsprache unterschieden.


Ensi2
išš(i)akku(m)Stadtfürstu3-mu-un-si

Nin
bel(t)uGebieterin, Herrin (Geliebte),
Lautwert ereš (wie: Ereš.ki.gal
(MUNUS+nam = "Frau bedeutsam")
ga-ša-an

sukkal

Bote oder Vezier, auch: sukkal.mah (mächtiger/erster Bote), auch in Elam für Könige benutzt, die Assyrer hatten auch noch einen sukkal.gal (großer Bote) für eine Art Grossvesir.
sukkal kommt wohl von su (Körper) kal (stark)



2. Zuordnung von Göttern, Heiligtümern und Städten
StadtHeiligtumGottheit

Uruk
E-anna
"Haus des Himmels"
Inanna

Uruk
Kulaba [Q1]
"Weißer Tempel"
An bzw.(?) Inanna
(Kulab wäre demnach eine kleinere Ortschaft gewesen, die von Uruk "geschluckt" wurde. Ggf. bekam An diesen Templ, nachdem Inanna umgezogen war [?]
Kulab geht dabei bis 5000 v.u.Z. (Eridu Zeit) zurück, Eanna ist etwa 100 Jahre jünger)
EriduE-AbzuEnki
NippurE-kurEnlil
Ur [Q2]E-kishnugalNanna (Suen/ Sin)
Larsa [Q2]E-babbarUtu (Shamasch)
Bad-tibira [Q2]E-mushDumuzi und Inanna
Lagaš/GirsuE-ninnu [Q2]Ningirsu
Lagaš/Girsu
Gatumdu [prä-sumerisch (?)]
Umma [Q2]E-mahShara (Sohn von Inanna)
Shuruppak [Q2]E-dimgalannaSud (Variante von Ninlil)
Kish[Q2]"Der Erhabene"(?)Ninhursag
bzw. Nintur und Ashgi
http://etcsl.orinst.ox.ac.uk/cgi-bin/etcsl.cgi?text=t.4.80.2#
Tell Bi´a [Q2]TuttulDagan
Kutha [Q2]E-meslamNergal

Ein erstes Bemühen um eine theologische Ordnung ist
in den Götterlisten von Fãra/Šuruppak (um ca. 2700 v.u.Z.) zu finden.

3.Legitimationsarten
A)Legitimation durch Götter
B)Legitimation durch Familienbande (Dynastiefolge)
C)Legitimation durch eigene Leistung

4.Beispiele
E'annatum, sumerischer (König) von Lagaš, um 2470 v.u.Z. (Mittlere Chronologie)


E'annatum: 1 iv 9— v 17:
Legitimation A
iv 9)[dni]n-[gir2]-su-ke4(Gott) Ningirsu
10)[a]-e2-[an]-na-tum-[ma]hat den E'annatum
11)[ša3-g]age-
12)[šu b]a-ni-du11zeugt.
18)dinanna-ke4Inanna
19)da mu-ni-dabhat ihn auf den Arm genommen.
24)dnin-hur-sag-raSie hat (ihn) der Ninhursag
25)du10-zi-da-naauf ihren recht(mäßig)en Schoß
26)mu-ni-tušgesetzt
27)dnin-hur-sag-ke4(und) Ninbursag
28)ubur-zi-da-ne2hat (ihn) an ihre recht(mäßig)e Brust
29)m[u-ni-la2]gelegt.
v 13)dnin-gir2-su-ke4Ningirsu
14)nam-gal-hul2-dahat ihm aus großer Freude
15)[nam-lug]al-das Königtum
16)[lagašKi]über Lagaš
17)[mu-na-sum]verliehen.

E'annatum: 2 i 2 - iii 3:
Legitimation B
i 2)e2-an-na-tum2E'annatum
iii 1)dumu-a-kur-galder Sohn des Akurgal
2)ensi2-des Stadtfürsten
3)lagaš[ki-ke4]von Lagaš

E'annatum: 1 vi 6— 16:
Legitimation C
vi 6e2-an-na-tum2-daVor E'annatum
7elam sag e-da5-sig3hat Elam gezittert
8elam kur-ra-na bi-gi4Elam hat sich in sein Land zurückgezogen
9kiški [sag] e-d[a5]-sig3Kiš hat vor (ihm) gezittert
10lugal-akšakkiDer König von Akšak
11kur-ra-na(= KI) bi-gi4hat sich in sein Land zurückgezogen
12e2-an-na-tum2E'annatum
13ensi2-der Stadtfürst
14lagaški-ke4von Lagaš
15kur-gu2-gar-gar-der Fremdlandunterwerfer
16dnin-gir2-su-ka-ke4des Ningirsu

weitere Beispiele:
E'annatum ist ein Königsname, sein eigentlicher Name (Tidnum) lautete Lumma (vermutlich semitisch/amurritisch), demnach ist auch der Name des Kanals (Lummagimdu) vermutlich semitisch, event. weil die Bevölkerung von Umma semitisch ist (?)

E'annatum 2 v 9-19:
v 9)u4-baDamals
10)e2-an-na-tum2-ma4hat E'annatum
11)e2-an-na-tum2dessen eigener Name
12)mu-u2-rum-m[a]-niE'annatum
13)mu-tidnum-nidessen Tidnum-Name
14)l[u]m-ma-aLumma (ist)
15)dnin-g[ir2]-su-[r]adem Ningirsu
16)a-gibileinen neuen Kanal
17)mu-na-dungegraben
18)lum-ma-gim-du10(und) ihm (= Ningirsu) (zu Ehren) Lummagimdu
19)mu mu-na-sa4(als) Namen genannt


En-te:me-na, sumerischer (König) von Lagaš, um 2430 v.u.Z. (Mittlere Chronologie)

En-te:me-na 32 i 2"-8":
2"[ša3-l]u2-3600-ta(Als) er (ihn) aus der Mitte von 3600 Menschen
3"[šu]-ni ba-ta-[dab5]-ba-aan seiner Hand gefaßt hatte
4"[gidri]-mah-nam-tar-rahat das erhabene Szepter gemäß der Schicksalsentscheidung
5"den-lil2-leEnlil
6"nibruki-taaus Nippur
7"en-te:me-na-radem En-te:me-na
8"mu-n[a]-a[n-sum]verliehen


Uru'inimgina, sumerischer (König) von Lagaš, um 2378– 2371 v.u.Z.

Uru'inimgina 4 vii 29 — viii 13:]
29u4 dnin-gir2-suAls Ningirsu
30ur-sag-den-lil2-la-ke4der Kriegsführer des Enlil
1uru-inim-gi-nadem Uru'inimgina
2nam-lugaldas Königtum
3lagaškiüber Lagaš
4e-na-sum-ma-averliehen hatte
5ša3-lu2-36000-ta(und) aus der Mitte von 36000 Menschen
6šu-ni e-ma-ta-dab5-ba-aseine Hand gefaßt hatte
7nam-tar-ra-hat er das entschiedene Schicksal
8u4-bi-tavon früher
9e-še3-gar(wieder) eingesetzt


Gudea, sumerischer Stadtfürst von Lagaš, um 2144–2124 v.u.Z.


Gudea Statue B iii 6-11:
iii-6u4 dnin-gir2-su-ke4Als Ningirsu
7uru-ni-še3 igi-zi im-ši-bar-rader auf seine Stadt recht(mäßig) schaute
8gu3-de2-aGudea
9sipa-zi-še3 kalam-ma ba-ni-pa3-da-azum recht(mäßig)en Hirten im Lande (Sumer) erwählt hatte
10ša3-lu2-216000-ta(und) aus der Mitte von 216000 Menschen
11šu-ni ba-ta-an-dab5 ba-aseine Hand gefasst hatte


Sargon (šarru-kin) "König ist legitim"
(Mittlere Chronologie: 2356 - 2300 v.u.Z.)
Ausgehend von Kiš siegt er über Lugalzagesi von Umma und Uruk.

Er nennet sich:
"lu-gal a-ka3-de3ki" "König von Akkad"
"lu-gal kalam-maki" (=šar matim) "König des Landes (Sumer)"
"šar kiš" - "König von Kiš"
(als prestigeträchtige Anlehnung an altsumerische Tradition)
Seine Nachfolger
Rimuš (MC: 2283–2274 v.u.Z. [Q4])
und
Maništušu (MC: 2299–2284 v.u.Z. [Q4])
gebrauchten nur den Titel "König von Kiš".
Erst Naram-Sin (MC: 2273–2219 v.u.Z. [Q4])
dehnte das Reich (von Akkad) in den assyrischen Norden aus.
Die Titel "šar matim" und "šar kiš" wurden aufgegeben und ersetzt durch
"da-num2" - "Der Mächtige" (= "kal-ga" oder "a2 tuku")
und
"šar ki-ib-ra-tim ar-ba-im" (= "lu-gal-an-ub-da-limmu2-ba") - "König der vier Weltgegenden"
Naram-Sin trug (erstmalig ?) den Götterdeterminativ (di ngir) als "Gott von Akkade", als Stadtgott war er auch Herr von Grund und Boden, somit konnte er Tempelland für sich beanspruchen. Dies führt zu einer Dominanz der königlichen Domänen und somit zu privatem Landbesitz, als Grundlage für die Entwicklung vom Stadtstaat zum Imperium. In Südmesopotamien (Sumer) war die Entwicklung jedoch gegenteilig.
Unter Sar-kali-sarri (MC: 2218–2193 v.u.Z. [Q4])
wird aus "da-num2" dann "šarrum dannum" (= "lu-gal-kal-ga") - "Der mächtige König"
Šulgi (Ur III, MC: 2094–2047 v.u.Z. [Q5])
nimmt auch den Titel "lu-gal-an-ub-da-limmu2-ba",
genau wie Utuchengal (Uruk 5. Dyn., MC: 2119-2112 v.u.Z. [Q6])
Am Ende der Ur-III-Zeit wird auch dieser Titel aufgegeben. Die Herrscher tragen dann den Standarttittel aller Ur-III-Könige
"lu-gal-uri2/5" - "König von Ur"
Die Geneologie erfolgt nur über "ensi2" und "lu-gal", nicht aber über "en"


Quelle:

Weitere Quellen:
[Q1]http://oeh-stv-rel.uni-graz.at/_pdf/4aa8dc54ef7e6.pdf
[Q2]http://en.wikipedia.org/wiki/History_of_Sumer
[Q3]http://etcsl.orinst.ox.ac.uk/cgi-bin/etcslemesal.cgi
[Q4]http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_K%C3%B6nige_von_Akkad
[Q5]http://de.wikipedia.org/wiki/Ur_%28Stadt%29
[Q6]http://de.wikipedia.org/wiki/Utuchengal

Weiterführende Links:
Geiserstele E'annatum:http://www.humnet.ucla.edu/humnet/arthist/AH50F98/AH50F98a/Sumerian/Eannatum/Eannatum.html

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2. Legitimation der Dynastie Sargon´s von Akkad 


En-ḫedu-ana (lt. Binkley ca. 2285-2250 v.u.Z.), die Tochter des Dynastiegründers Sargon von Akkad (MC: 2356 bis 2300 v.u.Z.) und En-Priesterin des Mondgottes von Ur war eine der herausragendsten Gestalten ihrer Zeit.
Sie gilt als erste historisch bekannte Autorin, deren Werke schriftlich überliefert wurden.
Zunächst war En-ḫedu-anna Naditum-Priesterin des Himmelsgottes Anu in Uruk, der Inanna in Uruk und des Nanna in Ur. Nach dem Tod der alten Entu-Priesterin berief sie ihr Vater um 2270 v.u.Z. zur neuen Hohenpriesterin im Egipar in Ur. Sie war damit automatisch die „Gemahlin“ vom Mondgott Nanna (akkadisch Su’en, babylonisch-assyrisch Sîn).

Es sind jedoch nur wenige Quellen erhalten:
* die Siegel von dreien ihrer Diener,
* eine Alabasterscheibe mit Inschrift aus Ur,
* und mehrere Literaturwerke aus altbabylonischer Zeit

In ihrem Literaturwerk handelt es sich primär um Hymnen an die Göttin Inanna:
* nin-me-šara und in-nin šà-gur4-ra,
* Die sumerischen Tempelhymnen
* und möglicherweise das Epos „Inanna und Ebeḫ“.

Hymne nin-me-šara:

nin-me-šara - Der Rechtsfall der En-ḫedu-ana:

Obwohl es davon bisher keine Funde aus der Akkadezeit gibt,
wird die Autorenschaft En-ḫedu-anas bei den Hymnen nin-me-šara  und in-nin šà-gur4-ra
im Text ausdrücklich genannt und ist daher nicht angezweifelt.
Dasselbe gilt auch für die
Tempelhymnen, deren Kolophon angibt, sie seien von En-ḫedu-ana zusammengestellt worden.

Alabasterscheibe der En-ḫedu-ana:


Auf dem Relief der Alabasterscheibe sehen wir  eine kultische Handlung,
in der eine männliche Figur eine Libation darbringt. Dahinter steht
eine weibliche Figur in Falbelgewand, wobei es sich vermutlich um En-ḫedu-ana  handelt, denn die Inschrift auf der Rückseite besagt, sie sei die Priesterin des Nanna (MUNUS.NUNUZ.ZI d nanna ), Frau des Nanna ( dam dn a n n a ) und habe im Tempel der Inanna.ZA.ZA einen Altar errichtet und diesen „Tisch des An“ genannt.
Da die Inschrift eine Kopie aus altbabylonischer Zeit ist, zeigt sich, welch hohe Stellung und Bedeutung En-ḫedu-ana gehabt haben muß, da der Inschrift dieselbe Wichtigkeit beigemessen wurde wie den Inschriften von Königen.

En-ḫedu-ana wurde entweder von ihrem Vater (Sargon von Akkad) oder von einem seiner Nachfolger (Maništušu oder Rimuš) in das Amt der En-Priesterin des Mondgottes in Ur eingesetzt. Wann genau lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.

Der Name (En, Zierde Ans) ist vermutlich ein Amtsname, da alle ihre
Nachfolgerinnen das Element „En“ im Namen trugen.
Leider ist nicht bekannt, wie die Einsetzung der En-Priesterin erfolgte.

Bzw. En-ḫedu-ana bedeutet "Juwel des Himmels", was wohl auch ein Epiphet für Nanna (Mond) war. (Quelle: Betty de Shong Meador)

Am auffallensten ist, das En-ḫedu-ana als En-Priesterin des Nanna, die beiden großen
Hymnen nin-me-šara und in-nin šà-gur4-ra an die Göttin Inanna richtete.
Doch dies gehörte zur Politik der Akkadekönige um ihrer Herrschaft in Sumer zu sichern. 

Nach dem Sieg Sargons über Lugalzagesi von Uruk kam es wiederholt zu Aufständen gegen die "fremden" Herrscher da sie nicht (wie bisher) das Königtum als Stadtfürst in seine Stadt holten, sondern in "untraditioneller" Weise ein großes Reich unter ihrer Herrschaft vereinten. Sargon und seine Nachfolger versuchten, sich in der Tradition der sumerischen Stadtfürsten und als deren legitime Nachfolger darzustellen. Die akkadischen Herrscher setzten Familienangehörige in hohen Positionen ein, um ihre Machtposition zu sichern.
Auf diese Art wurde En-ḫedu-ana in Ur als Priesterin und Gemahlin des Nanna eingesetzt.
Doch engagierte sie sich auch für den Kult der Göttin Inanna.
Sie soll darüber hinaus versucht haben, Inanna als Tochter des Mondgottes zu erhöhen und als Reichsgöttin zu etablieren und strebte eine Synkretisierung der Inanna von Uruk mit der Ištar von Akkade an.

Immer wieder wurde die Herrschaft der Akkadekönige in Sumer durch
Unruhen und Aufstände in Gefahr gebracht.
Im Verlaufe des Aufstand um einen Lugal-Ane von Ur wurde En-ḫedu-ana zeitweise wohl aus ihrem Amt und aus Ur vertrieben.
Siehe Hymne nin -me - šara
Als En-Priesterin des Nanna hätte En-ḫedu-ana den siegreichen Lugal-Ane in sein Amt als Herrscher von Ur einführen müssen, wobei sich der Aufstand des Lugal-Ane gegen die akkadische Herrschaft (und somit En-ḫedu-ana) richtete.
En-ḫedu-ana rief Gott AN als Richter in diesem Streit an.
Im Verlauf der Auseinandersetzung jedoch, wurde En-ḫedu-ana aus Ur vertrieben, konnte aber nach der Niederschlagung des Aufstandes in ihr Amt zurückkehren. Es gab aber wohl keine Amtsenthebung gab.

Somit erscheint En-ḫedu-ana als einer engagierten Frau, die sich im Rahmen ihrer hohen priesterlichen Funktion aktiv am politischen Geschehen beteiligt und versucht,
die Herrschaft ihrer Familie religiös zu untermauern.

Oft diskutiert wurde die Frage, ob das Amt der En-Priesterin des Nanna von Ur von Sargon neu geschaffen worden ist, oder ob es schon lange vorher bestand.
En-ḫedu-ana ist erste (uns namentlich bekannte) Inhaberin des En-Amtes.
Eventuell hat Sargon damit eine neue Tradition begründet, wobei dies aber wohl nur möglich gewesen wäre, hätte es diese kultische Tradition auch vorher schon gegeben. Doch auch die Ur-III Könige, welche bemüht waren vor-sargonische Verhältnisse herzustellen, folgten der En-Amt-Tradition.


Die Tempel in Sumer:
Gebiet Ort Tempelname Gottheit
Eridu Eridu Engur Enki
Nippur Nippur Ekur Enlil
Nippur Nippur Tummal Ninlil
Nippur Nippur Melam Hush Nusku
Nippur Nippur Eshumesha Ninurta
Nippur Nippur Egaduda Shuzianna
Nippur Kesh
Ninhursag
Ur Ur Ekishnugal Nanna
Ur Ur Ehursag Shulgi
Ur Kuar (unklarer Name) Asarluhi
Ur Kiabrig Gabura Ningublam
Ur Gaesh Karzida Nanna
Zentrale Ebene Larsa Ebabbar Utu
Zentrale Ebene Enegi Egidda Ninazu
Zentrale Ebene Gishbanda (unklarer Name) Ningishzida
Zentrale Ebene Uruk Eanna Inanna
Zentrale Ebene Badtibira Emush Dumuzi
Zentrale Ebene Akkil (unklarer Name) Ninshubur
Zentrale Ebene Murum (unklarer Name) Ningirin
Lagash Lagash Eninnu Ningirsu
Lagash Uruku Etarsirsir Bau
Lagash Sirara Shilam Nanshe
Lagash Guabba (unklarer Name) Ninmar
Lagash Kinirsha (unklarer Name) Dumuzi-Abzu
Umma Umma Emah Shara
Umma Zabbalam (unklarer Name) Inanna
Umma Karkara (unklarer Name) Ishkur
Umma (unklarer Ort) (unklarer Name) Shesh-Du
Umma Adab Esharra Ninhursag
Umma Isin E-Gal-Mah Ninsina
Kazallu Kazallu Kunsatu Numushda
Marda Marda Igikalamma Lugalmarda
Der Der Edimgalkalamma Ishtaran
Eshnunna Eshnunna Esikil Ninazu
Akkad Kish Ekishib Zababa
Akkad Kutha Keshda Nergal
Akkad Urum Eabulua Nanna
Akkad Sippar Enunana Utu
Akkad Hiza Ehursag Ninhursag
Akkad Akkad Ulmash Inanna
Akkad Akkad (unklarer Name) Aba
Eresh Eresh Ezagin Nisaba

Quelle:
The Sumerian Temple Hymns of Enheduanna
Princess, Priestes, Poet
Betty De Shong Meador
University of Texas Press 2009


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